Katalog jetzt online!

Bis zur Kunstauktion am 12. August sind die zur Versteigerung stehenden Werke im Onlinekatalog zu sehen. Im Original sind die Arbeiten der Künstler bis zum 11. August in der Ostsächsischen Kunsthalle zu den Öffnungszeiten zu besichtigen. Wer an der Versteigerung mitbieten möchte und leider nicht persönlich kommen kann, dem steht die Möglichkeit der Abgabe eines schriftlichen Gebotes offen. Das Formular dazu finden sie hier.

Montag, 16. Mai 2016

Ausser Betrieb - Stefan Bircheneder

Ausstellung im Schloss Königshain 01.-25.05.2016

Der gelernte Kirchenmaler Stefan Bircheneder bekannt für seine realistischen Ölgemälde in Lasurtechnik wird im Rahmen eines Via-Regia Stipendiums auf Schloss Königshain ausstellen und sein Atelier öffnen.

Auf den in der Ausstellung gezeigten Werken sind durchweg verlassene Industriekomplexe, wie beispielsweise Produktionsstätten, Schalträume und Lagerhallen zu sehen. Diese menschenleeren und einsamen Plätze faszinieren den Künstler nicht nur wegen der besonderen Atmosphäre, die sie ausstrahlen, sondern auch aufgrund der Geschichten, die sie erzählen. Hat er schließlich einen neuen Ort entdeckt, so erkundet Stefan Bircheneder diesen zunächst einmal mit der Kamera. Anhand der vorhandenen Fotografien entwickelt der Künstler später seine Kompositionen, die dem Betrachter die besondere Aura der Orte näher bringen sollen. Er setzt sich dabei mit den Motiven auseinander, versucht den Geist des Gebäudes zu erfassen und sinniert über die Umstände, die dazu beitrugen, dass aus einer Industrieanlage, einer belebten Arbeitsstätte, letzten Endes eine trostlose Ruine wurde. Die Abnutzung, der Verfall, das Verlassene: diese Dinge machen ein Gebäude für den Künstler erst wirklich interessant, denn sie zeugen gleichsam von Schicksalen, geplatzten Unternehmensträumen oder Misswirtschaft.

Ein weiteres Motiv, mit dem sich der Künstler regelmäßig auseinandersetzt, ist der Boden aus Asphalt, Beton und Pflasterstein. Der Betrachter wird dabei so nah an das Geschehen heran geholt, dass er nicht nur einen bloßen Untergrund erblickt. Die abgenutzten, unebenen Oberflächen und die verschobenen, kaputten Steine, die von Moos und kleinen Wasserpfützen durchzogen werden, sind von diesem sehr nahen Betrachterstandpunkt aus vergleichbar mit Miniaturwelten oder kleinen Landschaften, die den Betrachter dazu einladen auf Entdeckungstour zu gehen. Viele dieser steinigen, von Strukturen gezeichneten Welten werden dabei von leuchtend gelben Streifen durchzogen. Diesen verdankt die Werkserie ihren Namen „Grenzgelb“.

Stefan Bircheneder ist 1974 in Vilshofen/Bayern geboren, er lebt und arbeitet in Regensburg. Der Künstler hatte bereits zahlreiche Gruppen- und Einzelausstellungen in ganz Deutschland. Unter anderem zeigte er seine Arbeiten auf der Ostrale `14 in Dresden und der NordArt 2015 in Rendsburg. Im gleichen Jahr erhielt er auch den Kulturförderpreis der Stadt Regensburg.