Anlässlich des 90. Geburtstages von Dietrich Arlt-Aeras widmet der Kunstort Schloss Königshain dem Bildhauer, Maler und Grenzgänger eine umfangreiche Ausstellung. „Er liebte den Wind“ eröffnet am 25. Oktober 2026 und ist bis April 2027 zu sehen.

„Er liebte den Wind“ – Dietrich Arlt-Aeras im Schloss Königshain

Die Stiftung für Kunst und Kultur in der Oberlausitz lädt am Sonntag, 25. Oktober 2026, um 14:30 Uhr zur Eröffnung der Ausstellung „Er liebte den Wind“ in den Kunstort Schloss Königshain ein.

Die Ausstellung erinnert an Dietrich Arlt-Aeras (1936–2005) und präsentiert aus Anlass seines 90. Geburtstages eine Auswahl aus einem außergewöhnlich vielseitigen künstlerischen Werk.

Bildhauer, Maler und Grenzgänger

Dietrich Arlt-Aeras wurde 1936 im schlesischen Prittage geboren. Der Wunsch, Künstler zu werden, begleitete ihn bereits seit seiner Kindheit. 1959 begann er seine künstlerische Ausbildung, studierte zunächst Bildhauerei in Wuppertal bei Kurt Schwippert und anschließend in Berlin. An der dortigen Hochschule für Bildende Künste wurde er Meisterschüler von Karl Hartung.

Neben der Bildhauerei entwickelte Arlt auch als Maler und Grafiker eine eigenständige Ausdrucksweise.

Inhaltlich beschäftigte er sich mit metaphysischen und mythologischen Themen, mit biblischen und fernöstlichen Motiven ebenso wie mit Mensch, Natur und Landschaft.

Eine besondere Rolle spielte Griechenland. Die archaischen Mythen und die klassische Schönheit des Landes faszinierten den Künstler – ebenso wie der Wind. Diese Verbindung fand schließlich auch Ausdruck in seinem Künstlernamen AERAS, dem griechischen Wort für Luft beziehungsweise Wind.

Kunst und kultureller Austausch in der Oberlausitz

Dietrich Arlt-Aeras war nicht nur künstlerisch tätig. Nach Jahrzehnten in Berlin engagierte er sich seit 1997 intensiv für den kulturellen Austausch in der Oberlausitz.

In Herrnhut gründete er den Kunstbahnhof Herrnhut mit der Galerie AERAS. Sein Anliegen war es, Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland, Polen und Tschechien zusammenzubringen, unterschiedliche Generationen und Kunstsparten miteinander ins Gespräch zu bringen und internationale Begegnungen zu ermöglichen.

Ausstellungen, Symposien und Kunstaktionen machten den Kunstbahnhof zu einem wichtigen kulturellen Ort der Region.

Dietrich Arlt-Aeras starb 2005 in Ebersbach-Neugersdorf. Sein umfangreicher künstlerischer Nachlass umfasst mehrere Tausend Arbeiten und wird heute von der Stiftung für Kunst und Kultur in der Oberlausitz bewahrt.

Mehr als eine Retrospektive

Die Ausstellung in Schloss Königshain versteht sich nicht allein als Erinnerung. Sie bildet zugleich den Auftakt einer weiterführenden wissenschaftlichen Beschäftigung mit Leben und Werk des Künstlers. Geplant ist unter anderem ein umfassendes Werkverzeichnis.

Damit eröffnet die Ausstellung die Möglichkeit, einen Künstler wiederzuentdecken, dessen Werk zwischen Bildhauerei, Malerei und kultureller Vermittlung steht und dessen Wirken eng mit der Oberlausitz verbunden ist.

Ausstellung und Termine

„Er liebte den Wind“
Dietrich Arlt-Aeras – Bildhauer, Maler und Grenzgänger

Vernissage:
Sonntag, 25. Oktober 2026 | 14:30 Uhr

Begrüßung: Joachim Mühle, Mitglied des Vorstandes der Stiftung
Einführung: Katrin Bielmeier, Kuratorin

Rundgang mit der Kuratorin:
Sonntag, 8. November 2026 | 14:30 Uhr

Ausstellungsdauer:
25. Oktober 2026 bis April 2027

Kunstort Schloss Königshain
Dorfstraße 29
02829 Königshain

Öffnungszeiten:
Donnerstag 11:00–15:00 Uhr
Freitag bis Sonntag sowie an Feiertagen 13:00–16:00 Uhr

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