Via Regia - Stipendiat Jens Rausch

Das VIA Regia-Stipendium wird in Königshain nunmehr bereits im siebten Jahr vergeben. In diesem Jahr wird Jens Rausch auf Vorschlag der Kunststation Kleinsassen von Anfang August bis Anfang September auf Schloss Königshain leben und arbeiten sowie in seiner Ausstellung unter dem Titel ECHO seine neuesten Werke zeigen.

Jens Rauschs malerisches Werk befasst sich mit Sujets, die der Natur entstammen. So sind es Wälder, Felder oder Berge, denen sich der Maler mit hessischen Wurzeln bedient, um seine künstlerischen Prozesse daran - oder besser darauf - ablaufen zu lassen. Denn dem jeweiligen Sujet wohnen bereits selbst schon das Prozesshafte, ein Eigenleben und mitunter auch das vergängliche Moment inne, die Rausch stets reizen diese künstlerisch nicht nur aufzugreifen, sondern vor allem weiter zu transformieren.

In der Analyse und im spielerischen Experiment geht er den natürlichen Prozessen wortwörtlich auf den Grund und sucht nach Materialitäten, die den jeweiligen Sujets entsprechen. So erwachsen beispielsweise aus Materialien, die einst selbst Wald waren jene sogenannten 'alchemistischen Mischwälder': Bild-Werke aus Asche, Bitumen, Ruß, Kohlenstoff, die sich chemisch-physikalisch zu einem Wald ausformen, sich jedoch bei näherer Betrachtung zu abstrakten Strukturen auflösen. Ähnlich lässt Rausch aus Marmormehl, Gips, Grafit, Kalk, Blei und anderen Bergmaterialien seine 'Gebirge' entstehen und nennt diese Werkserie treffenderweise BERGEn.

(c) Teresa Enhiak Nanni
"Alchemistische Lichtung"

                Öl, Asche, Kalk, Eisen- und Kupferoxid auf  Leinwand, 35x45 cm, 2020

 

Ein Widerhall als eine Art des eigenen Erkenntnisgewinns – zur Beschaffenheit und Komplexität der Dinge, zur Schönheit der Kunst mit ihren natürlichen Strukturen, aus denen frei nach Ovid die Seele Echos widerhallt – im Gebirge wie aus Wäldern, zwischen dem, was erschaffen ist, und dem, was sich aus all dieser Komplexität als eigene Erkenntnis erschließen lässt.

Jens Rausch wurde 1976 in Fulda / Hessen geboren. Er lebt und arbeitet in Hamburg und ist dort Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler.

Seine Arbeiten wurden bereits in einer Vielzahl internationaler Einzel- und Gruppenausstellungen u.a. in Deutschland, Dänemark, Georgien, Niederlanden, Mexiko und Japan gezeigt. Er wurde für den Wesselinger Kunstpreis 2015 nominiert und nahm an Künstler in Residenzprogrammen in Island, Georgien und der Schweiz teil.